Handtuchhalter aus Eichenholz

Inzwischen hängt auch der Handtuchhalter in unserem frisch sanierten Fachwerk-Badezimmer. Wie auch schon die Fensterbank, die Abdeckung für das Vorwandelement und unser Toilettenpapierhalter sollte auch der Handtuchhalter aus einem alten, ehemals im Haus verbauten Stück Eiche werden.

Einfach eine Leiste an die Lehmwand zu schrauben war allerdings keine Option, da zum einen die Wandheizung dahinter verläuft, zum anderen damit die feuchten Handtücher nicht direkt an der Wand hängen sondern ein wenig Luft zum Trocknen bekommen. Also haben wir uns überlegt, die Deckenbalken mit einzubeziehen.

Das Holz wurde gehobelt, zurechtgesägt, geschliffen und verleimt, diverse Male an die nicht ganz winkligen Deckenbalken angepasst, und da war es nun, das schöne Stück! Fehlten allerdings noch die Haken. Ursprünglich schwebten uns dunkle, geschmiedete Haken vor, aber so richtig sind wir nicht fündig geworden. Spaßeshalber haben wir dann mal die bunten Schubladenknöpfe hin gehalten, aber die waren zu groß und passten optisch jetzt auch nicht so gut. Aber die, die ursprünglich an den Kommoden dran waren, die sahen klasse aus und hatten die perfekte Größe! Und da wir ausreichend Knöpfe durch bunte eingetauscht hatten, gab es auch mehr als genug für den Handtuchhalter. Wir haben sie gleich dran geschraubt und uns sehr gefreut, dass wir nicht doch noch (oder zumindest jetzt nicht) die Schmiedekunst erlernen müssen.

Toller Nebeneffekt von saniertem Badezimmer

Wisst ihr, was noch ein ganz toller Nebeneffekt von unserem neuen Badezimmer ist? Die Heizungsrohre knacken nicht mehr! Im Winter, spätestens wenn die Temperaturen draußen gegen Null gingen, hat die Leitung im Schlafzimmer permanent geknackt. Das war mega laut und lästig, auch wenn ich versucht habe es positiv zu sehen oder zumindest mich nicht daran zu stören. Ganz nach dem Motto „wenn es knackt, wird es immerhin warm“. Aber jetzt, nachdem wir die Leitungen an der Wand zum Schlafzimmer aus der Gipsmasse befreit haben und sie nun Platz haben, knackt nichts mehr! NICHTS! Das ist so herrlich ruhig, selbst bei Außentemperaturen von um die -15°C.

Ausgedientes Fachwerkholz wird zu Schmuckstücken für’s Badezimmer

Eigentlich wollte ich ja warten mit diesem Beitrag, bis auch wirklich die letzten Holzschätze ins Badezimmer eingezogen sind. Aber da Basti sich in den Kopf gesetzt hat für unsere vierjährige Tochter zu Weihnachten ein Liegerad zu bauen (hat sie sich wirklich gewünscht), wurden die anderen Dinge eben nach hinten geschoben. Ich möchte euch jetzt trotzdem noch ein paar Bilder von unserem (fast) fertigen Badezimmer zeigen. Basti hat eine ganz tolle und schlichte Abdeckung für das Vorwandelement und ein passendes Fensterbrett gebaut, beides aus altem Eichenholz, das früher in unserem Haus verbaut war. So hat es zumindest noch ein Gutes, wenn man hin und wieder Fachwerk tauschen muss, da es marode ist. Ein Teil des Holzes ist meist noch brauchbar, und davon haben wir ein kleines Lager. Für solche Arbeiten greifen wir dann gerne darauf zurück. Außerdem haben die schwarzen Kommoden noch bunte Knöpfe bekommen, so gefallen sie uns gleich noch viel besser! Und der Hocker, der mitten im Bad steht, ist ein Cajón (eine Kistentrommel). Da können wir uns austoben, wenn die Mädels am Zähneputzen sind. Oder auch so einfach mal vor uns hin trommeln, wo es doch so schön ist im Bad! 🙂

Ein richtiger Hingucker ist unser Toilettenpapierhalter geworden, wunderbar knorzig und rustikal. Auch in ihm hat ein altes Stück Fachwerk eine neue Aufgabe bekommen. Auf Länge gesägt, etwas abgeschliffen, mit einem Rustofix bearbeitet, Löcher reingebohrt, Fuß für einen stabileren Stand drunter gebaut. Richtig toll! Gefällt er euch genauso gut?

Was jetzt noch fehlt ist ein Handtuchhalter, auch ihn bauen wir aus altem Eicheholz, und eine Ablage neben dem Waschtisch. Das sind die beiden Holzarbeiten, auf die ich eigentlich noch warten wollte.

Mal abgesehen von so ein paar Holzbasteleien machen wir aktuell tatsächlich Winterpause. Ich komme abends mal wieder zum Nähen oder Lesen, Basti zu anderen Dingen wie Fahrradschrauben und Schweißen üben. Wozu man sich sonst eben nicht so die Zeit nimmt, wenn ein Projekt in Arbeit ist!

Waschtisch mit Fliesenspiegel als Spritzschutz

Oh, was haben wir gesucht um einen Waschtisch zu finden, bei dem das Waschbecken eingelassen ist und die Keramikfläche komplett über den ganzen Waschtisch geht! Und dann sollte es ja auch noch einigermaßen zu unserem Fachwerk-Badezimmer passen, das Waschbecken nicht zu klein sein….. Fündig geworden sind wir schließlich bei Ikea, auch wenn wir das erst mal überhaupt nicht wollten. Doch irgendwie führte dann doch kein Weg daran vorbei.

Der Waschtisch hatte allerdings nur zwei Füße vorne und wird eigentlich hinten an die Wand geleht und verschraubt. Was bei uns aber nur bedingt bis gar nicht ging. Also haben wir noch Füße für hinten angepasst, tolle Holzfüße aus alten Eichebalken.

Jetzt stand er also da, der Hemnes Waschtisch. Nur wie konnten wir die Wand dahinter zumindest etwas vor dem Spritzwasser schützen? Fliesen an die Wand zu kleben war ausgeschlossen, dafür ist die Wand zu sehr in alle Richtungen gebogen. Also musste zumindest ein kleiner Spritzschutz direkt an den Waschtisch. Wir hatten erst überlegt ob wir ein paar der Fliesen, die wir im Dusch/Toilettenbereich verlegt hatten in einem kleineren Maß (zb. 5x5cm) kaufen sollten, aber wir hatten auch noch ein paar der größeren Fliesen übrig. Also beschlosen wir die Reste aufzubrauchen. Und dann ging sie los, die Bastelstunde.

Wir brauchten:
– Alu Flachmaterial
– ein Stück einer alten Spanplatte
– einen Eichebalken (für die Blenden)
– Silikon (zum Aufkleben und verfugen der Fliesen)
– schwarze Farbe
– ein paar Schräubchen
– Werkzeug zum Bearbeiten des Holzes
und ganz viel Zeit und Geduld.

Kompletter Hemnes Waschtisch im Fachwerk-Badezimmer
Kompletter Hemnes Waschtisch mit Füßen hinten und Fliesenspiegel als Spritzschutz

Die Waschtischamatur ist von AXOR, von der Serie Montreux. Wir haben uns ein paar Produkte bestellt um sie vor Ort anschauen zu können, und der hat uns schließlich am besten gefallen. Auch von der Höhe passt er super, sodass das Wasser beim Händewaschen wirklich nicht an die Wand spritzt. Außer man legt es natürlich darauf an. 😉

Korkboden im Badezimmer

Geht es denn, einen Holz- oder Korkboden im Badezimmer zu verlegen? Fliesen wollten wir eigentlich nicht, zumal wir aufgrund des Fachwerkbodens und der geringen Deckenhöhe von höchstens 2m keine Fußbodenheizung einbauen konnten. Und so ein PVC-Belag, wie er vorher verlegt war, kam für uns schon gar nicht in Frage. Also begannen wir uns im Netz schlau zu machen. Hin und wieder sind wir tatsächlich über Holzböden im Bad gestolpert. Große Pfützen wischt man ohnehin weg, und ein bisschen Feuchtigkeit macht Holz bekanntlich nichts aus. Aber wie steht es um Kork? Was ja noch viel schmeichelnder für die nackten Füße ist…

Bei unserer Recherche sind wir auf Korkparkett von Hebo gestoßen, welches mit Naturöl versiegelt wurde und somit auch fürs Badezimmer geeignet scheint: „Das 3-fach aufgetragene und UV-getrocknete Naturöl dringt tief in das Porensystem des Korks ein und härtet dort aus. Dadurch wird eine schmutz- und wasserabweisende Oberfläche geschaffen, die obendrein die lebendigen Strukturen des Korks deutlich zur Geltung bringt. Der Boden bleibt atmungsaktiv, trägt somit zu einer Verbesserung des Raumklimas bei und ist in allen Wohnbereichen einsetzbar.“ http://www.hebo-boden.de/kork/fertigparkett/#c409 *

Korkboden von Hebo haben wir im Dachgeschoss auch schon eingesetzt, damals allerdings 4mm Platten zum Aufkleben auf die OSB-Platten. Hier kommt ihr zu dem Beitrag von damals.

Aber zurück zu unserem Badezimmer! Auf den Fachwerkboden hatten wir Holzdielen gelegt, als Basis für das Korkparkett. Diese haben wir schon weitestgehend ausgeglichen, aber die Dielen an sich waren auch etwas schepp. Also wurden die größten Kanten nochmal abgeschliffen bzw. gehobelt. Um eventuelles Knarzen von Holz auf Holz zu vermeiden und die letzten Unebenheiten auszugleichen haben wir noch eine Trittschalldämmung darüber verlegt. Als letzte Schicht kam schließlich das Korkparkett.

Der Korkboden sieht toll aus, passt wunderbar zum Rest des Fachwerkbadezimmers und fühlt sich sehr angenehm an. Allerdings ist der Boden durch die Versiegelung mit Naturöl etwas kühler als der naturbelassene im Dachgeschoss. Durch die Wandheizung wird der Korkboden jetzt aber auch angewärmt, sodass das gar nicht mehr auffällt! Wir sind gespannt, wie sich der Boden im Alltag mit zwei kleinen Kindern schlägt!

Fußleisten haben wir übrigens im örtlichen Baumarkt gekauft, in Eiche(noptik). Das passt sowohl zum Korkboden als auch zum Sichtfachwerk aus Eiche.

Korkboden im Badezimmer
Korkboden im Badezimmer

*unbezahlte Werbung

Fliesen im Fachwerk-Badezimmer

Von Anfang an stand fest, dass wir im sanierten Bad nur noch dort Fliesen anbringen wollten, wo es wirklich nötig ist. Es sollte also nur im Duschbereich und hinter der Toilette gefliest werden. Doch wie sieht so ein Wandaufbau zwischen Fachwerk und Fliesen aus? Da mussten wir uns auch erst mal schlau machen.

Wandaufbau zwischen Fachwerk und Fliesen

Die Balken des Fachwerks haben wir zunächst mit Schilfrohrmatten betackert, als Putzträger für die erste Ausgleichsschicht aus Lehm-Unterputz. Da wir außerdem ein gutes Stück weiter nach vorne kommen mussten, um den oberen Querbalken überputzen zu können, haben wir auf die nun schon relativ gerade Fläche 6cm dicke Holzfaserplatten angebracht. Zwei Fliegen mit einer Klappe – so haben wir ordentlich Höhe gewonnen und eine noch geradere Wand geschaffen. Die Holzfaserplatten haben wir dann mit Kalkputz verputzt. Kalk- und nicht Lehmputz, da wir von unserem Lehmbauer den Tip bekommen hatten, darauf würde die „Elefantenhaut“ besser halten. Mit Elefantenhaut meinte er diese Gummiabdichtungsmasse, die als nächstes mehrfach auf den Putz gestrichen, und in die dann auch das Wannenabdichtband und das Eckabdichtgewebe eingearbeitet wurden. Auf diese Gummischicht kam dann schließlich der Flex-Fliesenkleber und die Fliesen. Ganz schön viele Arbeitsschritte, um die Wand so vorzubereiten, dass dort irgendwann geduscht werden kann!

Die Duschtasse, oder besser gesagt den Wannenträger, haben wir übrigens mit Baustellenkleber an den Holzdielen festgeklebt. Den haben wir mit der Erklärung „Der klebt alles“ bei unserem Baustoffhändler empfohlen bekommen.

Fliesen von Jasba-PATTERN

Die Fliesen hatten wir im Frühjahr schon entdeckt, als wir spaßeshalber in einem Bäderstudio rumgestöbert haben. Die ganzen Bäder konnten uns nicht inspirieren für unser Fachwerkbadezimmer, aber immerhin konnten wir mal ein paar Fliesen „in echt“ sehen. Und irgendwie hat uns die Fliesenkollektion „Vola mehrfarbig“ von Jasba-PATTERN sofort gefallen, sodass wir sie bestellt und nun schon seit einigen Wochen rumstehen hatten. Und endlich war der Tag gekommen, wo sie aus dem Karton raus und an die Wand ran durften! Wir waren echt gespannt wie sie bei uns im Badezimmer wirken würden…

Duschbereich fertig gefliest, verputzt und gestrichen
Dusch- und Toilettenbereich fertig gefliest, verputzt und gestrichen

Jetzt wo der Bereich um die Fliesen fertig verputzt und gestrichen und der Boden verlegt ist (mehr dazu in einem der nächsten Posts) sieht die Ecke mega schön aus! Jetzt fehlt noch die Fensterbank und die Abdeckung der Vorwand, beides ist aus Holz in Arbeit. 😉

Steinputz statt Feinputz

Etwas unfreiwilligerweise haben wir einen neuen weißen Dekorputz ausprobiert. Wir hatten für die Außenwand im Badezimmer nicht mehr genug Feinputz, wollten am Wochenende aber ganz gerne die letzte Lehmwand auch fertig machen. Da wir bei unserem örtlichen Baustoffhändler aber nur farbigen Feinputz bekommen, und wegen einem Sack nicht weiß Gott wo hin fahren wollten, kauften wir dort einen Sack weißen Feinputz. Damit hatten wir bei der Sanierung des Schlafzimmers ja schon ganz gute Erfahrung auf glatter Fläche gemacht.

Beim Anrühren kam mir die weiße Lehmmasse schon so verdächtig körnig vor, und Basti hat erst mal geflucht beim Versuch ihn dünn aufzuziehen. Ich habe dann übernommen, verputze ja bekanntlich ganz gerne. Und ja – durch die vielen Steinchen hat man sich gerne den Lehm wieder weggekratzt und kein so glattes Bild hin bekommen wie man es bei dem feinen Feinputz gewohnt ist, aber es ging. Problematisch wurde es nur dann, als der Putz einfach nicht anziehen wollte, wir aber noch eine Verabredung hatten, die wir auch nicht platzen lassen wollten! Waren die Mädels doch endlich Rotznasenfrei und warteten schon sehnsüchtig darauf die neuen Babys nach fast zwei Monaten endlich kennenzulernen.
Reiben ging also bevor wir das Haus verließen auch nach über zwei Stunden noch nicht (zum Vergleich – bei „normalem“ Feinputz muss man direkt loslegen zu reiben wenn man den Putz fertig aufgezogen hat), und wunder was, als wir ein paar Stunden später wieder zu Hause waren, war der Putz eigentlich schon zu trocken um die Kanten mit dem Schwamm zu glätten, wie wir es sonst immer tun. Der Versuch mit dem Reibebrett (was bei uns irgendwie nie klappt ohne die Wand wieder zu zerstören) hat auch dieses Mal erst nicht geklappt, mit ordentlich besprühen der Wand mit Wasser dann aber doch. Doof war, dass ich mich an der einen Seite schon mit dem Schwamm abgemüht hatte, und Basti dann an der anderen Seite mit dem Reibebrett erfolgreicher war. Die Seite von ihm ist echt noch schön geworden, aber der Unterschied ist jetzt einfach ziemlich gut zu sehen! :-/ Und ausgerechnet in der Mitte, genau dort, wo man drauf schaut wenn man die Türe zum Badezimmer rein kommt, ist eine ziemliche Kraterlandschaft, die wir nicht mehr wegreiben konnten. Weder mit dem Schwamm, noch mit dem Brett.

Am nächsten Tag wollte ich dann doch genauer wissen, ob wir wirklich bekommen hatten, was wir wollten, oder was sonst in dem Sack drin war. Und natürlich – das Kreuzchen war in der Spalte „Steinputz“ bei schneeweiß, nicht in der Spalte „Feinputz“.

Lessons learned

Die Lehren, die wir aus der etwas misslungenen Geschichte ziehen:
1. Schau genau auf die Ware, die du kaufst. Nur weil du Feinputz bestellst und bezahlst, heißt es nicht dass es auch Feinputz ist.
2. Nimm dir nichts vor wenn du eine Wand verputzt hast, um auf jeden Fall den richtigen Zeitpunkt zum Reiben abpassen zu können.

Wir haben die Wand jetzt obwohl sie ja eigentlich schon weiß war nochmal mit Lehmfarbe überstrichen, so sind die Steinchen, die teilweise „sauber“ gerieben wurden wieder weiß, und die Unebenheiten fallen (zumindest wenn das Licht nicht so schön von der Seite durchs Fenster leuchtet) gar nicht mehr so sehr auf. Wir werden es jetzt erst mal so lassen. Und falls wir uns auch nach einiger Zeit noch an der „charakterstarken Wand“ stören, können wir sie ja nochmal dünn mit Feinputz überputzen.

Verputzen von Decke und Gefächern

Immer mal wieder zwischendurch, es muss ja ohnehin gemacht werden. So haben wir uns regelmäßig an der Decke zu Schaffen gemacht, und dort die Gefächer geflickt, teilweise mit Schilfrohrmatten als Putzträger versehen und schließlich verputzt.

Auch die ganzen Balken, die als Sichtfachwerk offen bleiben werden haben wir zwischendurch immer mal geschliffen, eine wunderbare Aufgabe, wenn man eben mal nur ein Stündchen Zeit hat.

Von den Innengefächern mussten wir erst mal noch überschüssigen und teilweise ganz schön rusigen, harten Lehm abnehmen. Das war gar nicht so einfach. Wie es kommt dass die Ecke um den Kamin so „gebrannt“ war wissen wir nicht so genau, haben aber folgende Vermutung: Im Badezimmer drunter sind die Wände außen auch Fachwerk, innen ist aber nochmal eine Backsteinmauer hochgezogen. In dem Raum könnte früher also die Feuerstelle/ Kochstelle gewesen sein. Es war früher auch nicht unüblich, dass die Decke nach oben dann offen war, in Zeiten bevor es einen Schornstein gab. Da Boden und Decke im oberen Badezimmer in dieser Ecke kein original Lehmgefach sind, wie im Rest des Zimmers, sondern mit Beton gegossen wurden, liegt die Vermutung nahe, dass diese Decken erst später mit dem Kamin „dicht“ gemacht wurden. Vielleicht hat es aber auch einfach mal gebrannt in der Ecke, oder aber dort war eine Feuerstelle. Nichts genaues weiß man nicht! 😉

Inzwischen sind also auch die Gefächer der Innenwände verputzt. Erst mit Unterputz, später mit Feinputz. Und zu guter Letzt haben wir sie und die Deckengefächer sogar auch schon gestrichen! Mit Lehmfarbe versteht sich… Die Mädels wollten auch helfen, durften sie endlich auch mal. Lotta (4) hat richtig schön die Kanten eingepinselt, wohingegen Nora (2) erstmal auf den Balken, und nachdem klar war dass das nicht erwünscht ist, wilde Kunstwerke in die Gefächer gemalt hat. Beide haben allerdings schnell das Interesse daran verloren und uns Eltern wieder alleine streichen lassen.

Auch in der Duschecke hat sich einiges getan, aber das würde den Rahmen jetzt sprengen. Auf jeden Fall ist inzwischen wirklich ein Ende in Sicht!

Vorwand für die Toilettenspülung

Ich weiß nicht, wie oft wir das Vorwandelement in den letzten Wochen, nein Monaten, ins Bad, in den Flur, wieder ins Bad und dort von rechts nach links getragen haben, bis es nun endlich an seinem festen Platz angeschraubt und angeschlossen werden konnte!

Einbau eines kleineren Fensters

Bis es soweit war, musste allerdings erst noch das Fenster ausgetauscht und die Wand vorbereitet werden. Fenster haben wir ein kleineres gekauft und eingebaut. Jetzt werdet ihr euch zu Recht fragen, warum in aller Welt wir das Fenster verkleinert haben? Naja, das Dach des Nebengebäudes war in der unteren Ecke vor dem Fenster, es war also unmöglich das Nebengebäude vernünftig an das Haupthaus anzuschließen, beim Fenster wäre immer ein kleiner Spalt gewesen. Und da wir ja langfristig auch das Nebengebäude bewohnen wollen, machte das einfach keinen Sinn so. Mal abgesehen davon dass es auch nicht allzu schön aussieht, immer einen Dachziegel vor dem Fenster zu haben. Auch wenn es natürlich schade um das Tageslicht ist, von dem jetzt deutlich weniger in den Raum scheint. Aber besser ein kleines als gar kein Fenster!

Unter dem Fenster musste natürlich dann noch ein Riegel eingezogen werden, Basti hat da schön was zurecht gezimmert, damit das neue Fenster auch eine Auflagefläche bekommt. Dann wurde es provisorisch von außen mit Latten „abgedichtet“, damit wir den Spalt ringsherum mit Stopfhanf füllen konnten, ohne dass die Vögel es von außen gleich wieder raus ziehen und als Nistmaterial benutzen. Jetzt konnte die Wand rundherum mit Holzfaserplatten gedämmt und schließlich mit Lehmputz verputzt werden. Als Fensterleibung haben wir dünne Holzfaserplatten verwendet, die wir noch hier hatten. Auch diese wurden dünn mit Lehm verputzt.

Vorwand für Toilettenspülung

Jetzt aber zurück zu unserer Vorwand! Ziemlich passend um das Element haben wir OSB Platten drumrum gebaut, und darauf dann eine Rigipsplatte geschraubt, als Träger für die Fliesen. So sieht das Ganze jetzt aus.

Wer sich die Bilder genau anschaut, dem fällt vielleicht auf, dass auch nebenher noch so einige Arbeitsschritte gelaufen sind. So ist der Bereich rechts der Vorwand auf dem letzten Bild verputzt, und auch die Deckengefächer haben sich verändert. Aber dazu mehr in einem der nächsten Beiträge!

Verlegen der Wandheizung

Da stand sie also, die 200m Kabelrolle. Nur wie bekommt man die jetzt sinnvoll an die Wand?

Zunächst einmal mussten die Führungsschienen angebracht werden, in die später das Rohr reingeklickt werden konnte. Dann hat Basti einfach mal losgelegt, das Rohr etwas abzuwickeln und, angefangen beim Verteiler, die erste Wand zu bestücken. Unser Lehmbauer hatte uns ein Abstandsmaß vorgeschlagen, nach dem wir die Schlaufen verlegen sollten. Im Nebengebäude etwas weiter auseinander als im Badezimmer. Außerdem hatten wir noch erklärt bekommen, dass die Schlingen des Vorlaufs bis zum weitesten Punkt eines Kreislaufs geführt werden, und dann entlang dieser Schlaufen wieder zurück. Im Nebengebäude besteht ein Kreislauf bei uns aus zwei gegenüberliegende Wänden, sodass wir erst die eine Wand gelegt haben, dann rüber zur anderen Wand, und dann den ganzen Weg zurück. So laufen an der Wand dann der wärmste und der kälteste Punkt zusammen und die Wände werden überall in etwa gleich warm.

Die Leitungen waren relativ schnell verlegt, wir dachten ursprünglich es wäre mehr Aufwand. Jetzt waren wir also so weit, die Heitzung war angeschlossen und befüllt und wartete darauf zugeputzt zu werden, Lehm stand auch schon ausreichend bereit. Nur bekamen wir ein paar Tage bevor die Handwerker kommen sollten die Nachricht, dass es Probleme auf der aktuellen Baustelle gäbe, und dann wären erst mal zwei Wochen Urlaub. Die ganze Sache würde sich also vorneweg um mindestens drei Wochen verschieben. Na super.

Da wir aber ja doch gerne im Badezimmer weiter kommen wollten, und so lückenfüllende Arbeiten wie Innengefächer und Decke verputzen auch schon erledigt waren, haben wir an einem schönen Tag, den die Kinder bei Oma und Opa verbringen durften, selbst unseren Beton- bzw. Lehmmischer angeschmissen und eimerweise Unterputz ins Bad geschleppt. Die ersten Versuche die Masse zwischen die Rohre zu drücken waren so mittelmäßig erfolgreich, aber wir haben dann doch recht schnell eine Technik entwickelt, mit der es dann ganz gut geklappt hat. Wichtig war immer zwei Kellen in der Hand zu haben, um eventuell wieder runter rutschendes gleich wieder festdrücken zu können. Im ersten Schritt haben wir die Rohre flächendeckend eingeputzt, dann hat die Heizung geholfen die Wand recht schnell durchzutrocknen, sodass wir ein paar Tage später die zweite Schicht aufziehen konnten. Diese haben wir dann auch mithilfe zweier Latten gerade abgezogen und Gewebeband eingearbeitet. Und Tadaaa … eine fertige Wand! 🙂 Okay, abgesehen vom Feinputz und der Farbe. Aber eine Wand, fertig genug, um das letzte offene Gefach zum Nebengebäude hin zuzumauern und mit dem Bau des Vorwandmoduls für die Toilette zu starten!

Jetzt ist’s auch egal wie lange wir noch auf Tobias warten müssen, um die restlichen Flächen im Nebengebäude verputzen zu lassen. Er sollte nur nicht zu lange auf sich warten lassen, sonst wird der Lehm in den Bigbags so hart und trocken! Aber das ist dann ja nur bedingt unser Problem. 😉

Wir haben auch kurz gezuckt ob wir die restlichen Wandheizungsflächen nicht auch selbst verputzen sollten… Aber diese vielen Eimer Lehm, die über eine Leiter ins Nebengebäude geschleppt werden müssten….. Eine Wand pro Tag wäre realistisch, zwei Arbeitsschritte pro Wand, also 12 Tage Arbeit für uns….. Ist schon okay sich hier zwei Tage helfen zu lassen. Es bleiben dann immernoch genug Flächen übrig, die von uns auch noch verputzt werden müssen! Und Feinputz muss da dann ja auch überall noch drauf.

Rettungsaktion für unsere Schwälbchen

Heute will ich euch mal ein paar Bilder zeigen, die nicht direkt etwas mit unserem Häuschen zu tun haben. Wir haben schon seit wir die Hofreite gekauft haben ein Schwalbennest unter unserem Durchgang zum Hof, und ich freue mich jedes Frühjahr aufs Neue, wenn das Nest wieder geflickt und besetzt wird. Auch dieses Jahr sind wieder Schwälbchen eingezogen. Vor zwei Wochen haben unsere Mädels morgens beim Spielen allerdings entdeckt, dass das Nest runtergefallen ist, und die kleinen Schwälbchen in der Nähe auf dem Boden saßen. Was tun?
Basti hat mit den Mädels auf die Schnelle ein Ersatznest gebaut. Weil er mit der Leiter nicht so richtig da hin kam, wo das „echte“ Nest ursprünglich war, hat er es auf der andern Seite des Balkens angebracht. Dann hat er die Schwälbchen vorsichtig eingesammelt und ins neue Nest gesetzt. Eins hat sich dabei unter eine Palette geflüchtet, und bei dem Versuch es einzufangen, sind immer mehr Vögelchen aufgetaucht! Am Ende waren es fünf kleine Schwälbchen. Die Eltern waren immer wieder drumrum und suchten die Kleinen nach dieser Rettungsaktion auch eine ganze Weile, bis sie sie endlich im neuen Nest gefunden haben. Von da an wurde wieder Versorgungsflug an Versorgungsflug getätigt um die hungrigen Mäuler zu stopfen! Und wir konnten das Getummel im Nest auf dieser Seite des Balkens nun schön beobachten.
Wenn ich mir die fünf Piepmatze so anschaue, wundert es mich nicht, dass das Nest abgestürzt ist. Und ich frage mich wirklich, wie die fünf dort vorher nebeneinander Platz gefunden haben! So ein Schwalbennest ist ja wirklich nicht groß…

Schwälbchen werden flügge

Etwa eine Woche später saß ich mit Nora im Sandkasten, als das erste Schwälbchen einen Flugversuch auf den nächsten rettenden Holzbalken unternahm. Das zweite folgte ziemlich schnell, aber die anderen ließen lange auf sich warten. Immer wieder wurde sich auf den Rand gesetzt, mit den Flügelchen geschlagen, um sich dann doch wieder ins sichere Nest zu flüchten und abzuwarten. Vier der fünf Schwälbchen hatten es schließlich geschafft und wurden zunehmends mutiger die nächsten Flugversuche zu unternehmen. Nur das fünfte Schwälbchen traute sich im Laufe des Vormittags noch nicht aus dem Nest. Als ich es Nachmittags nochmal beobachtete, war das Nest allerdings leer, auch das letzte Schwälbchen hatte es also geschafft auszufliegen.

Jetzt kommen die Schwälbchen manchmal tagsüber vorbei um sich auszuruhen und beschweren sich lautstark, wenn wir ihnen „im Weg sind“. Abends können wir sie auf den Balken oder im Nest sitzen und schlafen sehen.